Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
mein Name ist Max Ullrich und ich bin seit etwas mehr als 10 Jahren als angestellter Architekt in Freiburg tätig und nahezu genauso lang schon in der Kammergruppe Freiburg als Beisitzer aktiv.
Warum Beisitzer?
Ich schätze den regelmäßigen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen über die baukulturellen und baupolitischen Entwicklungen hier in der Region – abseits des reinen Alltagsgeschäfts. Darüber hinaus entwickeln und organisieren wir über das Jahr wiederkehrende Formate wie die Vortragsreihe „Vision Nachhaltiges Bauen“, um unsere Kammergruppe zu diesem Themenbereich auf dem aktuellsten Stand zu halten. Wir versuchen aber auch, uns neue Felder zu erschließen. Ganz aktuell geschieht das mit der neuen Reihe „Junge Füchse & Alte Hasen“. Unser Ziel ist es, junge Kolleginnen und Kollegen voller Neugier und Tatendrang ganz unverbindlich mit erfahreneren Mitgliedern zusammenzubringen. So können wir ins Gespräch kommen, uns austauschen und voneinander profitieren.
Warum Landesvertreter?
Als mich meine Kammergruppenvorsitzende darauf „gelupft“ hat, mich als Landesvertreter zu bewerben, habe ich nach etwas Bedenkzeit drei – beziehungsweise eigentlich vier – Schwerpunkte festmachen können, die ich für Sie und euch bei der Landesvertreterversammlung gerne mit einbringen möchte:
1) Mehr als nur das Versorgungswerk:
Die Architektenkammer Baden-Württemberg ist uns eine hervorragende Interessenvertretung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Aber wenn ich mich unter Kolleginnen und Kollegen umhöre, ist das Versorgungswerk oft der einzige Grund, warum man überhaupt noch Mitglied ist. Ich finde, eine starke Kammer darf gerne beides sein: eine verlässliche Absicherung und ein spürbarer, nahbarer Partner im Planungsalltag. Ich wünsche mir eine Kammer, die sich neben der starken Außenwirkung auch ihren Mitgliedern zuwendet, sich aktiver austauscht und uns unterstützt.
2) Mut zur Selbstständigkeit und Vielfalt:
Ich erlebe hier in Freiburg, dass viele Architekturbüros immer weiter wachsen oder irgendwann stagnieren. Neugründungen? Fehlanzeige. Die Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit sind vielfältig. Sie reichen von erschwerten Teilnahmebedingungen bei Wettbewerben bis zu nahezu aussichtslosen Zugangsmöglichkeiten bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand. Zudem fehlt es oft an Räumen für den Erfahrungsaustausch zwischen Alt und Jung. Eine umfassendere Erstberatung seitens der Kammer oder auch ein Mentoring-Programm unter dem Dach der AKBW wären wichtige Hebel, um Hemmschwellen abzubauen und unsere Bürolandschaft vielfältiger zu gestalten. Zudem sollte die Kammer aktiver auf die öffentliche Hand zugehen, um den Zugang junger Büros zu öffentlichen Vergaben spürbar zu erleichtern.
3) Transparenz bei den Finanzen:
Zuletzt erlebe ich bei vielen Kolleginnen und Kollegen Unmut über die jüngste Beitragserhöhung. Ich finde wirtschaftliche Beitragsanpassungen nicht per se schlecht – eine Kammer, die gute Arbeit leisten soll, muss auch gut ausgestattet sein. Ich wünsche mir im Gegenzug aber für uns alle als Mitglieder einen offenen Einblick in die Einsparmöglichkeiten innerhalb unserer Kammerstrukturen.
4) Kammerarbeit lebt vom Mitmachen:
Ja, es gibt noch einen vierten Punkt, und der betrifft Sie, der betrifft dich! Kammerarbeit lebt ausschließlich vom Austausch. Je besser eure Landesvertreter wissen, was Ihnen und dir unter den Nägeln brennt, desto eher entwickeln sich daraus Diskurse und echte Lösungen. Demokratie heißt: Jede und jeder muss sich ein bisschen mit einbringen. Auch du.
Für eine Architektenkammer mit spürbarem Mehrwert im Planungsalltag und ein aktives Engagement für die kommende Generation bitte ich um Ihre und deine Stimme.