Dipl.-Ing. Levin Koch

Landesdelegierte/r
Stuttgart-West/Mitte
Architektur
Architekt:in
Jahrgang
1986

Vorstellung

Das Berufsbild Architektur ist in vielen Bereichen im Wandel begriffen, das betrifft auch die Kammern. Schon seit längerem übertrifft die Zahl der angestellten Architekt:innen die der selbstständigen. Diese Tendenz setzt sich bereits seit Jahren fort und wird sich nicht umkehren. Auch wenn die Arbeit der Kammern auch sowohl bei Freiberuflern wie auch bei angestellten überwiegend positiv bewertet wird, bleibt anzumerken, dass die Kammer sich in vielen der spezialisierten Beratungsangebote primär an Freiberufler und weniger an Angestellte richtet. Hier ist ein Aufholbedarf um die Kammer für alle attraktiv zu halten.

Das Wettbewerbswesen ist besonders in Baden-Württemberg extrem eng und verdichtet. In der letzten Wettbewerbsstatistik für BaWü von 2024 waren insgesamt 64 Wettbewerbe erfasst. Offen zugänglich waren davon aber nur drei. Diese Exklusivität erschwert es kleinen und mittleren Büros mit wenig Referenzen an Wettbewerben teilzunehmen. Darüber hinaus erschwert es für junge Architekt:innen den Weg in die Selbstständigkeit und damit in eine Bürogründung. Besonders für Junge bedeutet das oft, dass die Frage der Selbstständigkeit zunehmend von persönlichen oder familiären Netzwerken und Unterstützung abhängt. Gerecht ist das nicht. Ich sehe den Auftrag der Kammer darin, weiter auf Politik und Verwaltungen einzuwirken und eine bessere Lobby für den offenen Wettbewerb zu machen.

Eng mit dem Wettbewerbswesen verbunden ist die Frage nach der Nachwuchsförderung. Architektur hat in der Praxis viel mit Netzwerken und Seilschaften zu tun. Hier hat die Kammer eine Chance aktiv dabei zu unterstützen Netzwerke zu öffnen und einen größeren Austausch zu schaffen. Besonders bei Jurys, Gestaltungsbeiräten etc. wäre es zu wünschen, mehr Offenheit und Durchmischung zu fördern.

Die Kammerbeiträge sind in den letzten Jahren gestiegen, teils in eng getakteten Schritten. Das ist auch auf Unverständnis gestoßen. Ich finde es richtig, dass die Kammer hier auch intern ansetzt. In der letzten Landesvertreterversammlung wurden richtige Schritte zu Kosteneinsparungen ergriffen, die ich voll und ganz unterstütze.

Am Ende ist die Architektenkammer kein Selbstzweck, sondern muss eine schlagfertige und serviceorientierte Organisation und Berufslobby sein. Diesen Weg würde ich als Landesvertreter gern weiter unterstützen.